Alternative Medien in Lateinamerika

Die mediale Situation in Lateinamerika und Alternativen in der Medienpolitik anhand des Beispiels TeleSur

Ort: Oscar Romero Haus

Termin: Sa. 16.07., 16:30-18:30

Referent: Andreas Hetzer (ILA Bonn)


Themenskizze: Medien in Lateinamerika: Das historische Ringen um Demokratie in Lateinamerika - oligarchische Herrschaft, Diktatur und Demokratisierung – immer war und ist die Rolle der Medien entscheidend und politikgestaltend. In den 1980er Jahren hat sich im Zuge neoliberaler Reformen das private Medienmodell als normgebend durchgesetzt und prägt bis heute die Medienlandschaft Lateinamerikas. In den meisten Ländern ist die Mehrheit der visuellen und Printmedien in den Händen einiger weniger Medienmogule, die politisch einflussreich und mit internationalen Interessensakteuren liiert sind. Ohne daraus mit Hilfe eines vereinfachenden Manipulationsmodells den Niedergang einer notwendigen politischen Öffentlichkeit schlussfolgern zu wollen, gelangt Andreas Hetzer zu einem differenzierteren Modell kultureller Hegemonie und plädiert für eine polit-ökonomische Analyse medialer Verhältnisse. Am Beispiel des 2005 in Venezuela gegründeten Nachrichtensenders TeleSur, an dem mehrere lateinamerikanische Staaten finanziell und personell beteiligt sind, soll diskutiert werden, inwieweit von diesem staatlichen Modell neue Impulse erwartet werden können. Zur angemessenen Reflexion soll die Rolle von Basismedien ebenso wie die neuen Möglichkeiten des Internets zur Sprache kommen. Der Vortrag erfordert kein spezielles Hintergrundwissen zu Lateinamerika oder Medien- und Kommunikationswissenschaften und steht allen Interessierten offen.

 
offene-uni2/vortraege/medien_lateinamerika.txt · Zuletzt geändert: 16.05.07 13:15 von tillepille